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Es werden Posts vom Januar, 2020 angezeigt.

Unerwartete Geburt.

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14. Juni 1879 Wer ernten will muss jäten, jäten, jäten. Die Nutzpflanzen brauchen zum Gedeihen Sonne, Licht und Luft.

Meine schwangere Urgrossmutter Luise Pümpin-Wagner 46-jährig, und ihre beiden Buben Hans Pümpin 15-jährig (mein Grossvater) und Friedrich Pümpin 11-jährig (Vater von Fritz dem Kunstmaler) jäteten am 14. Juni 1879 im Gebiet der Buhalde Runkelrüben «Durlipse». Plötzlich ein Wimmern und Stöhnen. Unerwartet früh hatten die Wehen bei meiner Urgrossmutter eingesetzt.
Was tun?
1879 gab es noch keine Handys, keine Helikopter, keine Geburtenabteilung in einem Krankenhaus. Die Mutter musste in das zirka 1 Kilometer entfernte Elternhaus an der Ochsengasse gebracht werden. So blieb den beiden Buben keine andere Lösung als sie stützend nach Hause zu schleppen.

Endlich dort angekommen, noch bevor die helfenden Hände der Hebamme eintrafen, hallte der erste Schrei eines gesunden, frisch geborenen Samuel Pümpin durch die elterliche Wohnung. Dieses Erlebnis hinterliess einen bleibenden …

Banntag

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Mein Riesenbanntag um die Gelterkinder Gemeindegrenze
Als ich noch jünger war als jetzt, vor ca. 50 Jahren, beschloss ich an einem Tag vom Kipp zum Kipp den Gelterkinder Bann, zu Fuss zu umrunden. Luftlinie 15.3 Km. / Höhendifferenz 1`430 M. Start am Eibach beim Kipp, beim Pumpwerk Wolfstiege. Vom Kipp ging es aufwärts zur Ruine Scheidegg. Der Grenze zu Tecknau entlang. Danach der Rünenbergergrenze steil zum Müntel runter, die Steinhalde hoch zum Rünenberger Gatter und die Schöfftleten runter bis zum Munitionsdepot Sommerau. Dann über den Weiler Sommerau (gehört auch zu Gelterkinden) bis zum Rehhag der Wittinsburger Grenze nach. Ein ebener Weg. Anschliessend ein steiler Aufstieg der Diepflinger Grenze folgend in die Eichholde. Nun der Thürner Grenze folgend auf die Thürnerfluh. Hier wird Rast gemacht, Tee getrunken  und der mitgenommene Klöpfer mit Brot gegessen. Knapp die halbe Strecke habe ich hinter mich gebracht.  Nach kurzem Geniessen der Aussicht über das Ergolztal ging es wiede…

Lustig ist das Zig.….leben.

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Bild: Google Bilder, Internet.

An einem Herbsttag im Jahr 1911, -12 oder -13 weilte eine Scherenschleiferfamilie, Fahrende in Gelterkinden. Man durfte sie damals noch "Zigeuner" nennen, dies war noch nicht zum Schimpfwort degradiert worden. Sie lagerten mit ihrem Planwagen am Hofmattweg neben dem Pümpinhaus an der Rünenbergerstrasse2 (heute Schär). Sie fragten meinen Grossvater Hans Pümpin, ob sie sich in seinem Wagenschopf aufhalten und das Pferd im umzäunten Baumgarten hinterm Haus grasen lassen dürften. 
Mein Grossvater war ein gutmütiger Mensch und gestattete ihnen den Unterschlupf. Es war eine Win-Win-Situation, denn dafür wurden die Messer und Scheren meiner Grosseltern gratis geschliffen und die Kochtöpfe ausgebeult. 
Der Wagenschopf war ein Balkengerüst mit einem soliden Ziegeldach. Ein grosser Unterstand ohne Seitenwände. Er diente zum Schutz der Bennen- und Leiterwagen aus Holz vor der zerstörerischen Feuchte des Regens. Der Boden war Natur, knochentrocken mit einer d…

Der Beruf - als Lebensretter

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Bild: Jugoslawien (Serbien).
Skulptur zum Gedenken an die Opfer einer Erschiessung von Zivilisten 
durch Angehörige der Deutschen Wehrmacht im zweiten Weltkrieg.
Es ist wie überall auf dieser Welt. Meinte doch ein jung verliebter Sprayer, er müsse in kyrillischen Lettern diese Gedenkstätte mit dem Namen seiner Angebeteten entehren.

Die Geschichte: Eine Truppe Deutscher Soldaten macht Rast auf ihrem Weg zur Front. Dabei wird vorgängig die Umgebung nach Feinden abgesucht. Plötzlich einige Schüsse aus dem nahen Wäldchen. Einige Tito-Partisanen (von den Deutschen «Terroristen» genannt) hatten das Feuer auf eine Patrouille eröffnet. Es ging schnell, nach altbewährtem Muster, einige Schüsse und verschwinden. Fazit: Zwei tote Deutsche.

Der Befehl war klar: Eins zu zehn, das heisst, auf jeden von Partisanen erschossenen Wehrmachtsangehörigen werden zehn Zivilisten exekutiert. Schnell wurden im nahen Dorf zwanzig junge Männer selektiert und am Dorfrand in einer Reihe aufgestellt. Einem Offizier wur…

Tennis

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Roger Federer

Stell dir vor: Roger Federer spielt auf dem Tennisplatz «Bleichi» in Gelterkinden - und niemand schaut zu , - ausser mir. 
Jetzt spinnst du, der Roger spielt doch nicht auf einem so regionalen und unbekannten Platz in der Pampa; der Roger spielt doch nur auf den grossen Turnierplätzen in den Hauptstädten dieser Welt, in den grossen Stadien. Dort, wo die grossen Preisgelder ausgelobt werden, wo man als Sieger schnell zum Millionär werden kann! Doch denk daran, auch ein Genie fängt mal ganz klein an, als Nr. XXXXX, ganz hinten in der Weltrangliste. 

Doch beginnen wir von vorn. - 1995 suchte der Tennisclub Gelterkinden eine Köchin für sein Clubrestaurant. Meine Frau meldete sich und wurde angenommen. So kamen wir mit dem Freizeitsport (und auch Profisport) Tennis in Berührung.

Tennis ist ein Kampfsport. Es kämpfen Einer gegen Einen im Einzel, Zwei gegen Zwei im Doppel, Mann gegen Mann, Frau gegen Frau oder im Doppel auch gemischt. Es ist jedoch auch ein Mannschaftssport. Region…

Eisenbahningenieur

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Emil Pümpin
Der letzte, tödlich verunglückte Ochsenwirt Friedrich Pümpin hatte einen älteren Bruder Johannes Pümpin 1787. Dieser heiratete Katharina Handschin (Handschy) von der oberen Mühle. Das junge Paar zog nach Sissach um zu wirten und pachtete (kaufte später) das in der Ecke Hauptstrasse – Rheinfelderstrasse gelegene Restaurant Löwen. Sie lebten sich gut in Sissach ein, wurden auch von den Sissachern geachtet und ermutigt sich doch einzukaufen. So wurden sie 1823 als Sissacher Bürger aufgenommen. Seither sind nicht alle Pümpins Gelterkinder-Bürger.
Ihr Grosssohn Emil Pümpin 1840-1898, war wohl der schillerndste Vertreter dieser Pümpin Sissacher Linie. Schon als kleiner Bub hatte es ihm der rege Post- Personen- und Güterverkehr über den Hauenstein angetan. Gerne lauschte er den Geschichten und Anekdoten der Fuhrleute, welche in der Löwen Wirtschaft seiner Eltern und Grosseltern rasteten. 
Emil besuchte die Primarschule in Sissach, Bezirksschule in Böckten, danach das Progymnasium in…

Meine kleine Welt

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"Ich war noch niemals in New York".
Am weitesten östlich: Ich war auf den von den Israelis annektierten Golanhöhen mit Blick auf die Syrische Stadt Al Kuneitra.
Am weitesten südlich:
Ich war im Hafen von Eilat, am Golf von Akaba, am Roten Meer.
Am weitesten westlich:
Ich war in London. Stand in Greenwich mit jedem Bein auf einer anderen Erdhälfte.
Am weitesten nördlich:
Ich war in Bonn, der alten Hauptstadt der BRD.
Ich war nie in Amerika Nord oder Süd, Afrika, Asien oder Australien, nur in Kleinasien, das fast noch zu Europa gezählt werden kann.
Ich habe das Imperium der alten Römer nie verlassen.

Soll ich mich nun als Zurückgebliebener fühlen, einer, welcher die Sehenswürdigkeiten nur aus Bildern, Fotos kennt? Habe ich etwas verpasst weil ich nicht in der Welt herum gejettet bin?  Im Sommer, wenn es bei uns heiss ist, musste und muss ich nicht in den noch heisseren Süden fliegen, um noch mehr zu schwitzen und ein Regentag in den Ferien ist nirgends angenehmer als in den eigenen vier …

Fremdsprachen

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Sprachen
Hans Pümpin-Speiser (Grossvater) Das "Fremde" --- und ich.  (veröffentlicht Facebook August 2018)
1. Die lateinischen Sprachen: Italienisch Französisch. 
Sommer 1944, Unfall. Der Grossvater fällt vom Heuwagen. Er erholt sich nicht mehr und stirbt am heiligen Abend des selben Jahres mit 80 Jahren. Ein grosser Verlust für die Familie und den landwirtschaftlichen Betrieb, denn seine mithelfenden Hände waren, trotz seines hohen Alters, eine grosse Stütze auf dem Bauernhof. Ersatz muss her. Der zweite Weltkrieg geht zu Ende, Italiens Jugend sucht sich Arbeit im nahen Ausland. Fremdarbeiter, Saisoniers, Gastarbeiter werden sie genannt. So sass bei uns am Familientisch beim Morgen- Mittag- und Abendessen bald ein Unbekannter, "Fremder". Wir hatten uns schnell aneinander gewöhnt und er ersetzte den Grossvater bestens. Ich kam zum ersten Mal im Leben, als kleiner Knabe mit einer anderen Sprache, anderen Kultur in Berührung. Später in der Schule musste ich dann Französis…

Satisfaction

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S A T I S F A C T I O N 
(Parodie auf eine wahre Geschichte) Wir hatten uns ein Jahr lang nicht mehr gesehen, denn er war im Ausland gewesen. Wir trafen uns in der «Braui» bei einem Warteck Bier. Da gab es viel zu erzählen. Wir waren zudem auch noch beide Rocker und Gitarrenspieler, zwei Musikverrückte. Vieles war auch unterdessen in der Musik passiert. In Liverpool hatten sich vier adrette Jungs zu einer Band zusammengetan; Beatles nannten sie sich. Schwiegersohntypen für manche Eltern. Es gab jedoch auch die Bürgerschreckband Rolling Stones, rollende Steine, was in England Vagabunden bedeutet. England, mit seinen vielen Beatbands, war zum Musiknabel der Welt geworden. Wir hatten viel Gesprächsstoff, bis der Wirt, Alois Fischer, gegen Mitternacht «Polizeistunde» gebot.
Nun sollten wir nach Hause, aber wir waren kein Bisschen müde. Wir beschlossen unsere Gitarren zu holen und uns bei der reformierten Kirche zu treffen. Dort, wo heute die Leichenhalle steht. Da war dazumal noch grüne …

Weihnachten

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Weihnachtsferien

Eile - mit sehr viel Weile.
Dem Vater, respektive Schwiegervater geht es sehr schlecht. Wenn ihr ihn nochmals sehen wollt, dann müsst ihr sofort auf Besuch kommen. Kein Problem, ich habe noch bis 5. Januar 1981 Ferien. So starteten wir am 24. Dezember 1980 früh mit Ziel Jugoslawien. 1`250 Km., davon dazumal dreiviertel Landstrassen.
Kurz vor Zürich kam mein Auto ins Schleudern. Ich konnte ihn auffangen und fuhr auf den Pannenstreifen. Vorne rechts platt, ein Nagel steckte drinnen. Das Reserverad hat wenig Luft, ich muss an die nächste Tankstelle. Doch nicht nur dies, auch der Ölstandmesser des Motors leuchtet auf und ich muss Öl kaufen und nachfüllen. Das fängt ja gut an!
Nächste Panne: Am Brenner wird es kalt. Heizung einschalten, - funktioniert nicht, es wird nicht warm. Wir frieren, was nicht gut ist, denn meine Frau ist im vierten Monat schwanger. Auch wird es plötzlich stark neblig, das Fahren wird anstrengend. Wir beschliessen einen Kaffeehalt einzulegen, uns auf…

Unfall

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Etwas Familiengeschichte
Unglücksfälle: Sommer 1836 / Lastwagenführer stirbt einige Tage nach schwerem Unfall.
Meine Ur-ur-ur-Urgrosseltern, Johannes und Anna Pümpin-Schäublin und
meine Ur-ur-Urgrosseltern, Johannes und Eva Pümpin-Aenishänslin und
meine Ur-Urgrosseltern, Friedrich und Salome Pümpin-Spiess waren alle drei Generationen Wirtsleute.
Sie führten nacheinander den Gasthof Ochsen in Gelterkinden, erst als Pächter, danach als Eigentümer.
Der Ochsen war dazumal eine "Fressbeiz" mit gutem Namen. Die Basler Aristokratie kam gerne sonntags zum Mittagessen mit Kutschen und Karossen angereist. Besonders die letzte Wirtin, meine Ur-urgrossmutter, welche eine Tochter aus dem Restaurant Schlüssel in Ormalingen war soll eine Spitzenköchin gewesen sein.
Neben dem Wirten betrieben sie auch noch eine Fuhrhalterei, heute Logistik genannt. Waren aus fernen Kolonien (zB. Kaffee, Kakao) kamen über die Weltmeere in den Niederlanden an und wurden auf dem Schiffsweg den Rhein hinauf zum …