Eisenbahningenieur

Emil Pümpin

Der letzte, tödlich verunglückte Ochsenwirt Friedrich Pümpin hatte einen älteren Bruder Johannes Pümpin 1787. Dieser heiratete Katharina Handschin (Handschy) von der oberen Mühle. Das junge Paar zog nach Sissach um zu wirten und pachtete (kaufte später) das in der Ecke Hauptstrasse – Rheinfelderstrasse gelegene Restaurant Löwen. Sie lebten sich gut in Sissach ein, wurden auch von den Sissachern geachtet und ermutigt sich doch einzukaufen. So wurden sie 1823 als Sissacher Bürger aufgenommen. Seither sind nicht alle Pümpins Gelterkinder-Bürger.

Ihr Grosssohn Emil Pümpin 1840-1898, war wohl der schillerndste Vertreter dieser Pümpin Sissacher Linie. Schon als kleiner Bub hatte es ihm der rege Post- Personen- und Güterverkehr über den Hauenstein angetan. Gerne lauschte er den Geschichten und Anekdoten der Fuhrleute, welche in der Löwen Wirtschaft seiner Eltern und Grosseltern rasteten. 

Emil besuchte die Primarschule in Sissach, Bezirksschule in Böckten, danach das Progymnasium in Biel. Er ging in Basel in die Gewerbeschule und absolvierte dort eine Schlosserlehre in der Maschinenfabrik Kussmaul. Er besuchte vorbereitende Abendkurse und bildete sich weiter zum Techniker am Polytechnikum in Karlsruhe. 

Dann arbeitete Emil auf dem technischen Büro von Ingenieur Wieland in Freiburg und dem Konstruktionsbüro von Ott & Co.

Jetzt wechselte er zum aufkommenden neuen Verkehr, der Eisenbahn. Erst als Heizer und Lokführer bei der Südostbahn, dann im Werkstattdienst.

Als Nächstes liess sich Emil Pümpin bei einer Französischen Firma anstellen, welche die Bahnstrecke Philipeville-Constantine in Algerien in drei Jahren erstellte.

Zurück in der Schweiz wurde er Materialverwalter der Südostbahn und Betriebschef der Tösstalbahn.
Darauf folgend traute er sich mit seinem Wissen zu, selbst Gleise zu bauen. Er plante und führte in eigener Regie die Bahnstrecke Travers-St Sulpice aus.

1883 gründete er mit Ingenieur Hans Herzog die Bernische Gesellschaft für Spezialbahnen.
Die Firma Pümpin & Herzog führte folgende Bahnlinien aus, sowohl Planung als auch Bau, meist im Generalakkord:


Regiobahn Tavannes-Tramelan,
Drahtseilbahn Marzili Bern,
Biel-Magglingen,
Beatenberg,
Schmalspur Basel-Therwil,
Therwil-Flüh,
Fauenfeld-Wyl,
Berner Oberland-Bahnen,

Sissach-Gelterkinden, Strassenbahn, zweite elektrische Bahn der Schweiz,


Zahnradbahn Wengernalp (Lauterbrunnen-Grindelwald),
Schynige Platte Bahn,
Regiobahn längs des Thunersees,
Regiobahn Bière-Apples-Morges und Apple-l`Isle.



Daneben und dazwischen waren Pümpin & Herzog auch im Wohnungs- und Gewerbehausbau beschäftigt.

Emil Pümpin verstarb an einem Herzinfarkt 1898 mit nur 58 Jahren.

Quelle «430 Jahre Pümpin von Gelterkinden».
Ausgabejahr: 1986 (Buch vergriffen).
Buchautor: Walter Pümpin-Gerster
Kantonsbibliothek Liestal

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