Aus der Schule geplaudert.

Klein Karlilein

Eine Betrachtung: 
Ich wurde geboren am 29. Oktober 1942 im Pümpin-Bauernhaus an der Rünenbergerstrasse 2 , heute Fredy Schärhaus.
Schulbesuch:
1. & 2. Klasse im Marabuschulhaus beim Bussinger Lini.
3. & 4. Klasse im Marabuschulhaus bei Ernst Buser, Globi genannt, wegen seiner Baskenmütze.
5. Klasse im alten Schulhaus an der Bohnigasse (nachher Gemeindehaus) bei Walter Bossert.

Ich war ein etwas verstockter, zurückgezogener Knabe. Wenn der Lehrer Fragen stellte, ich wusste die Antwort, aber … ich hielt mich zurück, meldete mich nie mit "Handaufheben". Es könnte ja sein, dass meine Antwort nicht richtig ist. Deshalb hielt ich mich lieber scheu zurück, als mich schämen zu müssen. Doch, -manchmal fragte der Lehrer auch die Schüler die sich nicht meldeten. So musste ich,  der sich doch nie freiwillig meldet, vielmals Antwort geben - und meistens wusste ich die Antwort. "Weshalb streckst du nicht die Hand hoch, wenn du doch die Antwort weisst?" schimpfte Bossert Walti und er nannte mich den "Oberbaselbieter Buuremuchi". Was ein Muchi ist, weiss ich nicht; sehr wahrscheinlich ein verstockter Knabe. 

Etwas später bekam ich einen anderen Übernamen. Wir mussten einen Aufsatz schreiben über ein selbst gewähltes Thema. Ich schrieb über folgende Episode: 
Mein Vater sah auf dem Feld einen Wellensittich. Er konnte nicht recht fliegen, war wohl in einem kleinen Käfig aufgewachsen. Auf freier Wildbahn hat der keine Chance. Viel zu viele Feinde hätten den flügellahmen, bunten Fremdling wohl bald gefangen und verzehrt. Ferner hätte unser Klima im Winter für den australischen Kleinpapagei bestimmt den Tod bedeutet. So wurde er von meinem Vater gefangen. Mein Speiser-Urgrossvater war ein Vogelnarr. Deshalb hatten wir einen alten Vogelkäfig auf dem Estrich und dieser wurde das neue Heim für den Exoten. 

Darüber schrieb ich nun den Aufsatz mit Titel "Ein Wellensidich". Bossert Walti strich dies als Fehler an und ich musste es verbessern. Deshalb schrieb ich zehn mal "Wellensiddich". Natürlich wieder falsch. Also musste ich nochmals zehn mal die Verbesserung schreiben und nun hiess er "Wellensitich". Wieder falsch! Es hätte sich nun noch "Wellensidtich" mit dt angeboten, was ich jedoch verwarf. Endlich, endlich war der echte Wellensittich geboren. Danach nannte mich Bossert Walti nur noch mit dem Nicknamen "Wellensidich", mit sehr weichem d.
Bildergebnis für wellensittich

Der Jahrgang 1942 war der erste Jahrgang, der nach der 5. Klasse in die Oberstufe wechseln konnte. So wurde mein Schulweg plötzlich zirka zwei Kilometer länger, das heisst, mit dem Velo in die Bezirksschule bis nach Böckten . Im Herbst desselben Jahres wurde jedoch das neu erstellte Hofmattschulhaus in Gelterkinden eingeweiht und so verringerte sich mein Schulweg wieder auf nur noch gut vierhundert Meter.
Bildergebnis für schulhaus gelterkinden
Hofmattschulhaus Gelterkinden


Noch eine kleine Geschichte aus der ersten Klasse. An einem Tag, an welchem wir nachmittags keine Schule hatten, beschlossen ich und zwei andere Schulkameraden unseren Schulkollegen Fritz auf dem Hofgut Sigmatt zu besuchen. Wir spielten "Versteckis". Dabei verriet uns immer Fritzs jüngere Schwester Margrit. Das nervte. Plötzlich rannte jedoch die Spielverderberin weinend davon. Ich wusste nicht weshalb sie weinte. Kurz darauf erschien ihr Vater fluchend. Meine beiden Schulkameraden verschwanden rennend, schuldbewusst Richtung Dorf. Ich, nichts ahnend, blieb stehen. Da packte mich Fritzs Vater und versohlte mir den Hintern. Nun nahm auch ich weinend den Heimweg unter die Füsse.


Anderntags löste sich das Rätsel auf. Einer meiner Schulkollegen hatte mit seiner vollen Harnblase das arme Mädchen angepisst und damit verscheucht. Nun wusste ich, dass die Strafe gerecht war, nur hatte sie den Falschen erwischt. -Schicksal. "Den Letzten beissen die Hunde"!

Bildquelle von Wellensittiche und Schulhaus Hofmatt Gelterkinden stammt aus Google Bilder.



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