Mein Hausbau

My home is my castle

Das Haus von Westen 
(im Frühling 1991)

Mein Hausbau
Im Winter 1979 - 1980 erbaute ich unser Haus mit einem enormen Eigenleistungspensum.
Hier möchte ich dieses, für mich als eines der wichtigsten Ereignisse in meinem Leben , mit einigen Bildern Revue passieren lassen.
Mein Beruf ist Baupolier, mein Name ist Karl Pümpin und das Haus steht am Schweienring 14 in Gelterkinden CH.

Der Beginn
Die Planungsskizzen nach meiner Idee, die Pläne zeichnen und die Baueingabe, alles wird von mir selbst an Samstagen, Sonntagen und abends erledigt (Architektenarbeit).


Die grüne Wiese
Frühling 1979: 
Der Schweienhügel präsentiert sich noch jungfräulich. Hier ist jedoch eine Strasse geplant, Baubeginn soll Juni oder Juli sein.
Noch transportiert eine Freileitung den Strom durchs Baugebiet. Die wird bald verschwinden, denn sie ist ein Hindernis fürs Bauen.


Das Baugespann
Juni 1979: 
Meine Frau und ich, wir stellen das Baugespann auf, denn mit der Baueingabe müssen die Profile stehen, so dass ein jeder sieht, wie die Ausmasse des Gebäudes sind und wohin es zu stehen kommt.
Dennoch, meine Frau ist noch etwas skeptisch und kann sich noch nicht vorstellen, dass sie mal hier wohnen wird.

Der Aushub ist gemacht
Der Aushub
September 1979: 
Hurra! Die Baubewilligung ist da! Nun steht unserem Hause nichts mehr im Wege. Die Firma Grieder AG aus Tecknau kann endlich den Aushub machen.
Schnell hat Hans eine Ebene in den Hang gemacht. Nun kann die Bauerei losgehen!
Auf diesen Moment habe ich schon lange ungeduldig gewartet. Ich bin erleichtert.


Die Kanalisation wird verlegt
Der Anfang
September, Oktober 1979: 
Jetzt kann ich mit meiner Berufsarbeit beginnen. Das Schnurgerüst und die Fundamentabschalung werden erstellt. Die Kanalisation wird eingemessen, ausgegraben und verlegt, die Fundamentarmierung wird eingebracht.
Alles Arbeiten, welche ich am Abend und an Samstagen erledige. Wenn immer es geht hilft auch wacker meine Frau mit!

Milica Pümpin
 *in action*

Kräftig und unermüdlich am Helfen: Meine Frau.

Die Aussenwandschalung
Es wächst
Oktober 1979: 
Nun kommen die Betonierarbeiten. Jetzt brauche ich Hilfe. Ein Kran muss her, Material muss her, Maschinen müssen her! 
Die Firma, in welcher ich zur Zeit als Polier arbeite, Graf Söhne AG Gelterkinden, muss nun auf den Platz. Wir betonieren die von mir vorbereitete Bodenplatte. Wir schalen und betonieren die Aussenwände und die Innentreppe. Wir mauern die Kalksandstein-Trennwände. Wir schalen, armieren und betonieren die Erdgeschossdecke. 
Nun haben wir den 20. November 1979. Mein letzter bezahlter Arbeitstag. Jetzt beginnen 4½ Monate unbezahlter "Urlaub". Ein "Urlaub" in welchem ich 8 Kg. abnehmen werde. Mein Körpergewicht wird sich von 72 Kg. auf 64 Kg. verringern.

Die Deckenschalung
Aussen- und Innenwände sind fertig, die Decke wird geschalt.

Die Backsteinmauern
Und wächst weiter
Ende November 1979: 
Nun bin ich wieder allein. Nun heisst es Steine beigen. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang
mit zwei nur zehnminütigen Essensunterbrüchen wird gemauert, sechs Tage die Woche. Ebenfalls müssen zwei Kamine hochgezogen werden.
Mein Ziel, vor Mitte Dezember muss das Obergeschoss fertig sein, denn, vor Weihnachten muss das Dach aufs Haus!
Es geht zügig voran, das Wetter will`s gut mit mir. Ein nachtsüber kalter, jedoch tagsüber sonniger, trockener Dezember hilft mir meine Vorgabe wie gewünscht zu erreichen.

Der Dachstuhl sitzt
Das Dach kommt drauf
Mitte Dezember 1979: 
Nun erstelle ich schnell ein Gerüst rings um das Haus. 
Endlich bin ich bereit, das schützende Dach kann kommen.
Die Zimmermannsfirma meines Cousins Karl Marti aus Diepflingen ist sofort da, um mir wie versprochen noch vor Weihnachten einen "Schirm" über den Arbeitsplatz zu spannen.
Nun sieht das "Ding" wie ein Haus aus.
Kaum ist das Unterdach fertig, kommt auch schon der erste Schnee.
Ich bin erleichtert, denn ab nun kann ich im Trockenen weiterarbeiten.
Das Dach mit Schnee
Weisse Weihnachten 1979.
Das Dach erfüllt zum ersten mal seine Pflicht.

Weihnachten 1979 bis März 1980:
Nun kommt eine bildlich nicht dokumentierte Phase, der Innenausbau.
Die Firma Rutschmann Sissach, macht die Heizung.
Ein Kollege, Richi Amport aus Bubendorf, macht die Elektro- und Sanitärarbeiten.
Ich montiere die Fenster und Fensterbänke.
Mauere die Zwischenwände.
Mauere ein Cheminee.
Ich versetze die Türen.
Erstelle die Unterlagsböden.
Gipse die Wände.
Versetze die Treppenelemente.
Versetze die Küchenelemente.
Verkleide die Wände mit Abrieb und Tapeten.
Verlege Kunststoffbeläge.
Verlege die Boden- und Wandplatten.
Täfere die Decken.
Verlege Teppiche und Sockelleisten.
Nicht vergessen darf ich meine Frau, welche mir half wo sie nur konnte! Sie war auch in dieser Zeit die allein Verdienende.
Während der Bau- und Ausbauphase nahm mein Gewicht, wie vorher schon mal beschrieben um 8 Kg. ab.
Das Haus von Norden
27. März 1980: 
Wir sind gezügelt und schlafen das erste mal im neuen Haus.
Anfangs April 1980, Osterdienstag: 
Meine unbezahlten "Ferien" sind zu Ende; ich gehe wieder zu Graf Söhne AG arbeiten.

Ende März 1980: 
Aussen noch nicht ganz fertig, aber innen fertig und bewohnt.

Mai, Juni, Juli 1980:
 Nun wohnen wir also im neuen Haus. Innen ist es total fertig, doch von aussen sieht es noch lange nicht so aus; gar nicht wie bewohnt!
Auch besitzt das Haus noch keine Isolation, was wir im April und Mai, trotz Heizen, spüren.
Also klebe ich, wieder mit Hilfe meiner Frau, eine zehn Zentimeter starke
Styropor-Aussenisolation auf, heute würde ich viel stärker isolieren.
Darauf wird der Aussenputz aufgebracht und mit der Hilfe einiger Berufskollegen wird der Deckputz, der farbige Abrieb appliziert.
Das Gerüst wird entfernt und jetzt darf sich das Haus sehen lassen.

Das Haus von Süden
Jetzt strahlt das Haus in der Sonne (Südseite).

Das Haus von Westen
Und hier von der Westseite.

Sommer 1980: 
Noch steht das Haus im "Dreck".
Um ins Innere zu gelangen muss man, um die Schuhe sauber zu halten, über Bretter gehen.
Noch gibt es viel zu tun. Die Umgebungsarbeiten warten auf mich.
Die Sommerferien stehen vor der Türe, doch jetzt muss ich mal zwei Wochen ausspannen.
Nun gehe ich zwei Wochen weg und vergesse das Haus; ich glaube, ich habe es verdient!
Die Arbeit wird mir nicht davonlaufen!

Die fertige Stützmauer
Eine Stützmauer braucht`s
Zweite Hälfte 1980: 
Um etwas Platz vor dem Hause zu gewinnen muss eine Stützmauer her.
Also grabe ich das Fundament aus, schale, armiere und betoniere eine Stützmauer.
Nun kann Hans Grieder die Mauer hinterfüllen und wir erhalten einen grossen Hausplatz.

Der fertige Hausplatz
Der Hausplatz braucht einen Belag
Erste Hälfte 1981: 
Nun, nach bald einjährigem "über Bretter gehen" muss endlich eine Strasse zum Hause führen.
Dazu muss ich zuerst ein kleines Bord abstützen.
Also schale und betoniere ich täglich nach Feierabend sechs Böschungssteine, versetze sie nach dem Erhärten und sichere damit den Hang.
Dann bringe ich einen tragfähigen Unterbau ein und verlege die Verbundsteine. 

Endlich ist auch die Zufahrt OK. Es ist Mitte Juni 1981 und ich bin vor einigen Tagen, zum ersten mal, stolzer Vater einer Tochter geworden.

Herbst 1983: 
Ein Sitzplatz welcher bei Wind und Wetter keinen Schutz bietet ist wenig wert.
Wir beschliessen unseren Sitzplatz zu verglasen.
Zuerst baue ich noch, zum Beheizen, ein Cheminee ein. Danach lassen wir eine Glasfaltwand montieren. Nun macht der Sitzplatz erst recht Spass. Es lässt sich damit in der sonnenreichen Übergangszeit das dahinterliegende Wohnzimmer beheizen.

Der Wintergarten von Süden
Unser Sitzplatz gefällt der Wintergarten- Firma. Sie verwendet dieses Bild für ihren Prospekt.

Das Natursteincheminee 
Ein Cheminee wird eingebaut       -      und auch die Westseite verglast. 

1990: Platz hat man nie zu viel.
Da ich zum grössten Teil das Haus mit Holz beheize bin ich sowieso immer etwas knapp an freiem Raum, denn Brennholz muss trocken gelagert werden können.
Deshalb beschliessen wir einen Anbau zu machen.
Natürlich wird auch diesmal von Planung bis und mit Ausführung fast alles selbst gemacht.
Einzige Fremdleistung: Der Aushub wird von Hans Grieder gemacht und das Betonieren der Decke übernimmt eine Pumpbetonfirma. 
Dieses Flachdach ergibt dabei zugleich eine grosse Sonnenterrasse.
Der Anbau von Westen Die neue Terrasse
Anbau im Rohbau                      -            Der Anbau von oben. Es entsteht eine grosse Terrasse.
Der Anbau von Süden
- und von unten.
Ende: Dies war die Beschreibung unseres Hausbaus.
Meine Vorgabe, mit wenig Finanzen ein Maximum zu realisieren ist mir gelungen.
Zum Schluss möchte ich noch danken: Meinen Schwagern und meinem Neffen für das sporadische "mir zur Hand gehen" wenn ich Hilfe brauchte.
Meinen damaligen Arbeitskollegen (allesamt aus dem ehemaligen Jugoslawien) für verschiedene unentgeldliche Arbeitseinsätze.
Und last but not least meiner Frau zur Beihilfe.
Ferner möchte ich zukünftige Bauherren ermuntern, wer nicht zwei linke Hände hat, soll soviel selbst machen wie er sich zutraut.   -     Aber Vorsicht: Überfordern sie sich nicht!

Das war`s, unser Haus, mein Haus, mein Stolz; nach meiner Idee entstanden, grösstenteils mit meinen Händen erbaut. Mein Haus, nicht ein gekauftes Fertigprodukt, gekauft mit fremdem Geld!
Ich hoffe, diese Dokumentation habe Ihnen gefallen und sie interpretieren sie nicht als Aufschneiderei meinerseits.



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