Pümpin Roots

Es chunnt e Bär, wo chunnt er här ...
Der Name Pümpin mit ü weist vermutlich auf französische Wurzeln. Der Umlaut ü existiert zwar nicht im französischen Alphabet aber das geschriebene u wird phonetisch als ü ausgesprochen. In französischen Telefonbüchern habe ich eine Hand voll Pimpin und  gefunden. In einem hugenottischen Verzeichnis wurde der Name Pepin gefunden. Irgendwann hat mir mal irgendwer gesagt die Bümpj seien aus dem Aostatal gekommen. Dieses oberitalienische Tal hat in der Vergangenheit mal zu Frankreich gehört.

Hanns Bümpj hiess er mit zwei n, von Johannes.  Im Staatsarchiv von Solothurn, in einem Ratsmanual von 1557 der Vogtei Falkenstein erscheint er das erste mal: "Dass Hanns Bümpj, dieweil er den Nachburen gefällig zu einem Burger angenommen, sol den Eid gäben, dass er hie 3 Pfd. uusrichtet" und der Vogt schreibt in einer Quittung: "Ingenommen von Hans Pümpj für sin Burgerrecht ist in die Vogtei Falkenstein gezogen tutt 3 Pfd.". Dies ist geschrieben in der altdeutschen Sütterlin-Schrift auf vergilbtem Pergament und fast nicht mehr lesbar.

In den Kirchenbüchern von Wolfwil SO kann man viele Spuren von Bümpj oder Pümpj finden. Auch in einem Flurnamen in der Gemeinde von Wolfwil erscheint die Bezeichnung "Pümpjmatte". Unterdessen sind alle Pümpj von Wolfwil weggezogen oder ausgestorben.
Die gelterkinder Kirchenbücher sind leider bei einem Brand total zerstört worden. Von vor 1600 ist deshalb von unserem Dorf leider nichts Schriftliches mehr vorhanden.

Im Oberbaselbiet erscheint der Name Pümpj zum ersten mal in "Diepfliken" (Diepflingen) später in "Beckten" (Böckten). Hans Pümpj kam aus "Wolfl" (Wolfwil) im Gäu SO. Er verheiratete sich am 13.01.1624 mit Elisabeth Oberer aus Sissach. Das Ehepaar hatte 8 Kinder.

Ihr Sohn Hans 1631, genannt der Jüngere, war der erste Pümpj, der sich in Gelterkinden niederliess. Er war von Beruf Hosenstricker. Er ehelichte 1655 Catarina Kellerin, welche bald darauf jung und kinderlos verstarb.  Zweite Ehe 1668 Margareth Schaub 1646. Das Ehepaar hatte 12 Kinder.

Der Sohn Hans Jakob Pümpin 1674 war wie sein Vater Stricker (Lissmer). Er heiratete 1695 die Liestalerin Veronica Brodbeck 1673. Dieser Ehe entsprossen zwei Kinder und bald darauf verstarb die Mutter. In zweiter Ehe heiratete er Anna Gass aus Rothenfluh. Auch sie hatten zwei Kinder. Ab hier wurde der Familiennamen durchwegs als Pümpin geschrieben.

Johannes Pümpin 1698 war Krämer, Schweinezüchter und Metzger. Er verheiratete sich mit Anna Maria Gysin 1700 aus Oltingen. Sie hatten sechs Kinder.

Hans Jakob Pümpin 1732 war Metzger und Barbier. Er heiratete Elisabeth Griederin 1762 aus Ormalingen. Sie hatten acht Kinder. Hier verzweigen sich die Gässli Pümpin / Pümpin Schnyder / und die Auswandererfamilien / Pümpin nach Chile sowie die / Pümpin Chirurgus ausgewandert nach USA (Benepe) 

Sein Bruder Johannes Pümpin 1734 nahm den Gasthof zum Ochsen Gelterkinden zum Lehen. Er heiratete Anna Maria Schäublin 1741 aus Buckten. Sie hatten vier Kinder. Später kaufte der Lehenwirt den Ochsen. Drei Generationen Pümpin führten fortan den Gasthof Ochsen.

Johannes Pümpin 1764 Ochsenwirt und Fuhrhalter, heiratete Eva Aenishänslin 1769, aus Gelterkinden. Sie hatten sieben Kinder.

Friedrich Pümpin 1791 Ochsenwirt, heiratete Salome Spiess 1799, Schlüssel Ormalingen. Der Vater von fünf minderjährigen Kinder verunfallte tödlich mit 45 Jahren. Der Ochsen musste verkauft werden. https://karlpuempin.blogspot.com/2020/01/etwas-familiengeschichte-unglucksfalle_26.html

Johannes Pümpin 1822 Pächter Sigmatt, später Landwirt Rünenbergerstrasse2 heiratete Luise Wagner 1833 aus der oberen Farb (heute Bürgerhaus). Das Ehepaar hatte neun Kinder (fünf jung gestorben). Eins der Kinder war Friedrich, der Vater von Fritz Pümpin (Kunstmaler) und Walter Pümpin (Hobby-Genealoge).

Hans Pümpin 1864 Landwirt (mein Grossvater) heiratete Karolina Speiser 1871, Gelterkinden. Zwei Kinder, Hans und Karl.

Karl Pümpin 1907 Landwirt (mein Vater) heiratete Rosa Marti 1910, Himmelsgrund Häfelfingen. Vier Kinder.

Karl Pümpin 1942 (ich) heiratete Milica Dumitrov 1946, Köchin, Serbien. Ein Kind, Maja.

Maja Pümpin.  Ein Kind, Jennifer Ashley Cassandra Pümpin. 

Postscriptum:
Schön, wenn man auf so eine lange Ahnenliste zurückblicken kann. Leider kann dies nicht ein jeder. Auch ich könnte dies nicht, wäre da nicht ein "Onkel", (meines Vaters Cousin), Walter Pümpin-Gerster 1912, der Bruder von Kunstmaler Fritz Pümpin 1901 gewesen.

"Onkel" Walter hat nach seiner Pensionierung geforscht. Noch gab es das Internet nicht. Basel, Liestal, Solothurn, die Staatsarchive mussten abgeklappert werden, Dokumente kopiert, abgeschrieben und fotografiert werden. Auch in vielen Gemeinden mussten Meetings mit Archivaren und Verwaltern getroffen werden. Eine gigantische Arbeit. Glücklicherweise ist Walter, wie er schreibt, überall nur auf offene Ohren und willige Helfer, Informanten gestossen.

1986 konnte er sein Werk 430 Jahre Pümpin von Gelterkinden herausgeben. 
Dabei hat er nicht nur die Familiengeschichte dokumentiert, sondern liess er auch zeitgleich die dazu passende Gemeinde-, Kantons- und Weltgeschichte einfliessen. So brachte er es auf ein A4-Buch von 250 Seiten!

Das Buch ist leider vergriffen. Man kann es jedoch in der Kantonsbibliothek Baselland Liestal auslehnen (lesenswert).

Wappen Pümpin

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